Ende soll auch Anfang sein – nichts wünsch’ ich mir mehr

Abschied muss man üben – sonst fällt er viel zu schwer.

Heute ist der 15. Mai 2016. Seit über einem Jahr gab es keinen Blogpost mehr. Dabei habe ich einen Abschlussbeitrag verfasst, im März letzen Jahres. Ich habe mich nie getraut ihn zu veröffentlichen. Das fühlte sich an wie ein richtiges Ende, dabei war es für mich nie zu Ende. Nun hat dieser Post über ein Jahr lang in der hintersten Ecke gewartet, ist eingestaubt, dachte man hat ihn vergessen und die Einzige die wusste, dass er existiert war ich, die ich mir nicht eingestehen wollte, dass es irgendwann Zeit wird zu erkennen, dass das Abenteuer Schweden vorbei ist. Aber heute veröffentliche ich ihn – nicht weil ich sage, das ist ein Ende, sondern weil ich sage, das ist ein Anfang. Dieser Blog wird nicht auf Schweden begrenzt bleiben, dieser Blog ist der Start einer langen Reise. Ich möchte von anderen Ausflügen und Abenteuern berichten, meine Gedanken und Erinnerungen festhalten, nicht nur die schwedischen, auch alle anderen. Deswegen erhält diese Seite bald einen neuen Anstrich und öffnet sich der Welt abseits von Schweden ;) Ich bin sehr gespannt! Hier kommt der Beitrag, den ich vor über einem Jahr verfasst habe, als ich noch nicht wusste, dass er kein Ende, sondern der Anfang sein würde.

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Bara några dagar kvar – Nur noch ein paar Tage übrig

Heute ist Dienstag. Der zweite Tag dieser Woche, von der ich bis zuletzt nicht sagen konnte, ob ich wollte, dass sie kommt oder nicht. Aber nun ist sie da und genauso wie ich daran nichts ändern hätte können, selbst wenn ich es gewollt hätte, genauso wenig kann ich den Sonntag hinauszögern, an dem es nach Hause geht. Nach Hause… Aber irgendwie ist Malmö auch ein bisschen Zuhause geworden. Kaum zu glauben, dass ich hier sitze, in meinem gemütlichen Zimmer in Malmö und schon überlege, was zuerst in den Koffer kommt. Die Koffer werden eh nicht reichen für den ganzen Kram der sich hier angesammelt hat. So viele schöne Dinge, die ich mitnehmen muss, so viele Erinnerungen, so viele Kleinigkeiten, die in ihrer Summe sicher einen eigenen Koffer gebrauchen könnten. Die meisten Leute, die ich hier ins Herz geschlossen habe, sind bereits wieder in ihrer Heimat, nur die wenigsten sind noch hier. Aber das macht den Abschied höchstens ein wenig leichter. Denn gleichzeitig hat dieser eine Monat mit den neuen Austauschstudenten gereicht, um bereits wieder neue Freundschaften zu schließen, die schon so bald nach ihrem Beginn auf eine Probe gestellt werden. Ich hoffe, ich kann sowohl alte als auch neue Freundschaften über die Zeit halten :) Man sagt, die Welt ist klein, auch wenn sie mir in Wahrheit ziemlich groß vorkommt. Aber einige Leute werde ich ganz bestimmt wiedersehen :)

Jetzt drücke ich mich davor, das Video für die Projektdokumentation vom letzten Kurs zu machen. Dass den Lehrern so spontan eingefallen ist, dass wir noch ein Video zusammenstellen sollen gefällt mir nicht :( Aber was könnte ich jetzt stattdessen machen? Harry Potter lesen geht nicht – das Buch ist durch, ich hab’s geschafft :) Einen schwedischen Film könnte ich mir angucken. Oder packen anfangen. Oder ich gehe einfach ganz unproduktiv in die Küche, mache mir einen Tee und setze mich zu Leuten aus der ganzen Welt und schmunzele darüber, wie Alex und Marcela sich kabbeln. Vielleicht habe ich ja das Glück, dass Gitarre gespielt wird, oder Geige und ein paar Leute singen. Oder es spielt jemand Schach oder Karten, eventuell ja auch in Verbindung mit dem ein oder anderen Drink, wen kümmert es schon, dass Dienstag ist? Ich werde diese verrückte, geniale, chaotische, wunderbare Küche ziemlich vermissen.

Keine Fotos dieses Mal. Vielleicht aus Deutschland, auch wenn der Februar auch schon ziemlich voll aussieht, dafür dass ich weder Uni noch Klausuren habe. Stressig so ein Auslandssemester. Besonders davor und danach. Aber das ist es tausendmal Wert :) Ich habe alles richtig gemacht, damit dass ich nach Malmö gekommen bin. Es war unbeschreiblich :)

Underbar Malmö – jag kommer att sakna dig <3
Wunderbares Malmö – ich werde dich vermissen

Hösten är här!

Hösten är här! – Der Herbst ist da!

It’s getting rainy outside

Der Herbst kommt angeschlichen… Wobei, eigentlich kommt er eher angelaufen, statt angeschlichen. Regen ist hier inzwischen an der Tagesordnung, ohne Regenjacke und -hose verlasse ich gar nicht mehr das Wohnheim! Aber dass es Herbst wird heißt auch Zeit für Kakao, Kuschelhose und Kerzen! <3 Das Titelbild zeigt das wunderschöne Teelichtglas, das meine Schwester Nele mitgegeben hat, als sie mich besuchen gekommen ist. Es malt herrliche Herbstmuster an meine Wand <3

Wenn ich Uni habe und zwischendurch zwei, drei Stunden frei sind, setze ich mich manchmal in die Bibliothek und lese Harry Potter, lerne Schwedisch oder arbeite für das Projekt (das übrigens ganz gut läuft!), statt in der Zwischenzeit ins Wohnheim zu fahren. Fast eine halbe Stunde durch den Regen? Das überlegt man sich zwei Mal. Auch in der Küche merkt man, dass es Herbst wird. Ist man bisher oft unterwegs gewesen, versammelt man sich nun hier und spielt über den Fernsehbildschirm Zoo Tycoon oder schließt sich der kollektiven Minecraft Session an. Der Tisch wird zeitweise weniger zum Essen, als zum Zocken genutzt, so scheint es mir ;) Ich glaube auch Leage of Legends ist hier im Kommen. Aber wir werden sehen, wie sich das Suchtverhalten hier entwickelt :D Continue reading

Das eigene Zimmer als Spiegel der Seele?

Kurze Verschnaufpause. Gerade räume ich mein Zimmer so richtig auf. Alles runter von den Tischen und Regalen und sonstigen Ablagen, der ganze Kram kommt erst mal irgendwohin wo er nicht stört, ich staube die Ablagen ab (und mich ein) und stelle nur die Dinge wieder auf, die auch dort hingehören. Die anderen bleiben erst mal weiterhin im Haufen “mal gucken wo das hinkommt”, der immer nur größer statt kleiner und stets von A nach B weitergeschoben wird. Während die Ablagen super aussehen macht das Zimmer insgesamt noch den Eindruck eines Saustalls. Jemand (Ernst Freiherr von Feuchtersleben im 19. Jahrhundert, um genau zu sein) hat mal gesagt “in einem aufgeräumten Zimmer ist auch die Seele aufgeräumt”. Diese Analogie kennt vermutlich jeder, ob er ihr nun beipflichtet oder nicht. Ich selbst weiß nicht genau was ich davon halten soll. Und doch muss ich gestehen, dass ich es vor mir hergeschoben habe aufzuräumen, weil es sich irgendwie anfühlt wie Abschied nehmen. Ganz nostalgisch werde ich dabei und ich tue mich schwer Dinge wegzuwerfen, aber einen geeigneten Platz für sie zu finden ist genau so schwer. Aber irgendwann ist sicher alles an seinem Platz, auch wenn viele Dinge gar nicht lange dort bleiben werden.

Denn schon in 6 Tagen bin ich in Malmö! Continue reading