Hagelslag auf Brot und Erdbeeren

Lekker Holland! Meine kulinarischen Erfahrungen in Amsterdam

Goede dag allemaal! Wie einige vielleicht bemerkt haben, gehe ich nun dazu über, alle zwei Wochen statt jede Woche zu schreiben. Außerdem gab es letztes Wochenende keinen Beitrag, da ich spontan nach Deutschland gereist bin. Es hat schon Vorteile, dass ich mich für Amsterdam entschieden habe. Von Malmö aus hätte ich das nicht einfach so machen können. Mit der Bahncard25 kostet es, selbst wenn ich erst am Vorabend buche, nur 35€ nach Hause und wieder zurück zu reisen. Aber kommen wir zum eigentlichen, lekker Thema für heute.

Ich möchte mit euch teilen, was ich bisher von der kulinarischen Seite Hollands entdeckt habe. Ja, ich gestehe – ich frühstücke meistens Hagelslag und nasche Stroopwafels. Darauf habe ich mich schon vor der Ankunft gefreut, diese Dinge kennen wir in Deutschland vielleicht noch. Aber was bitte schön sind Bitterballen, Frikandel und Borrels? Macht euch einen Kakao, ich trinke nämlich auch gerade einen und entdeckt die lekkere Seite Hollands mit mir!

Endlich wieder Vrimibo!

Vrimibo steht für Vrijdagmiddagborrel. Die ersten zwei Worte sind einfach zu übersetzen: Freitag und Mittag, bzw. auch Nachmittag. Aber Borrel? Was soll das sein? Wenn ich dict.cc frage steht da: „Umtrunk“ und die Niederländische Erklärung „bijeenkomst met drankjes en hapjes“. Es handelt sich also um ein Treffen mit Getränken und Häppchen. Wenn man den Niederländischen Wikipedia Eintrag zu „Borrel“ aufruft, wird das „Vrimibo“ dort sogar als Eigenbegriff aufgeführt:

„In veel Nederlandse bedrijven wordt om de week af te sluiten op vrijdagmiddag een borrel gehouden; de zogenaamde vrijmibo of vrimibo.“

In vielen Niederländischen Betrieben, wird, um die Woche abzuschließen, am Freitagnachmittag ein Borrel gehalten; das sogenannte Vrijmibo oder Vrimibo.

Möchte man den Eintrag zu „Borrel“ auf Deutsch anschauen, gelangt man zum Eintrag für „Cocktailparty“. Meiner Ansicht nach passt das allerdings nicht ganz. Die Borrels, auf denen ich bisher war, waren jedenfalls viel spontaner und weniger party-like als eine Cocktailparty. Im Prinzip gehe ich einfach mit den anderen Studenten am Freitag so gegen 5 Uhr in eine Bar. Man trinkt Bier, später vielleicht Schnaps und vielleicht bestellt man Bitterballen. Moment. Man bestellt bittere Bälle?

Bitterballen und Bier bei einem Borrel
Bitterballen – sie machen ein Borrel perfekt!
Bildquelle: Bas Boerman auf Flickr

Bitterballen

Es ist schon eine komische Sache, wenn ich es mir recht überlege. Man sitzt beisammen, ich trinke mein Radler (was übrigens auch hier „Radler“ heißt) und auf einmal sind alle ganz aufgeregt, weil irgendjemand vorgeschlagen hat, Bitterballen zu bestellen. „Bitterballen, ja, Bitterballen!!“ Als gäbe es auf der Welt nichts Köstlicheres. Ich frage meine Mitstudenten, die so begeistert sind „But what is it actually? What is it made of?“ und sie blicken sich unsicher an. Ja, was sind Bitterballen eigentlich? Die Antworten kommen langsam und unbestimmt: „It’s … some kind of… They are fried… and… I think there’s beef inside, right? Hey, do you know? I think it has beef, right?“ – „Yeah I believe so!“

Nicht gerade viel Information aber so begeistert wie alle sind muss es ja schmecken. Die Bitterballen werden mit etwas Senf zum Dippen serviert. Sie sind außen schön knusprig und innen weich und sehr heiß. Das Rindfleisch wird so klein geschnitten, dass man es beim Kauen kaum wahrnimmt, die Bitterballen sind schön cremig von innen. Sie schmecken verdammt gut und gar nicht bitter. „Lekker!“ Den Namen haben die Bitterballen erhalten, da sie ursprünglich zu Kräuterlikören oder Kräuterschnäpsen, auf Niederländisch zu einem Bittertje (Bitterchen) serviert wurden. Wann immer wir nach der Uni am Freitag noch auf ein Vrimibo in eine Bar gehen, stimme ich dafür, Bitterballen zu bestellen.

Die süßen Seiten

Ist mir ganz egal, wie viele Kalorien die ganzen süßen Leckereien enthalten! Wozu fahre ich hier denn sonst so viel Fahrrad? ;)

Stroopwafels

Zwei dünne, runde Teigwaffeln, dazwischen Sirup, Karamell oder Honig. Lekker, lekker, lekker! Oft werden Stroopwafels zum Tee, Kaffee oder Kakao gegessen. Dabei kann die runde Stroopwafel auf den Tassenrand, über das heiße Getränk gelegt werden, sodass der Sirup zwischen den Waffeln etwas flüssig wird. In meinem Regal steht immer ein Paket Stroopwafels! Und auf meinem Schreibtisch in der Uni höchstwahrscheinlich auch ;) Stroopwafels kann und sollte man auf Märkten auch frisch zubereitet kaufen – das ist noch auf meiner Todo-List!

Stroopwafel auf einer Tasse um warm zu werden
Stroopwafels – am besten, wenn sie über einer Tasse heißem Kakao etwas aufgewärmt wurden!
Bildquelle: barbasia auf Flickr

Hagelslag

Ich liebe die Idee, dass Schokostreusel, die wir in Deutschland eigentlich nur zum Verzieren von Eiscreme, Torten oder anderen Süßwaren verwenden, hier auf Brot zum Frühstück gegessen werden. Es ist wie Nachtisch zum Frühstück. Was gibt es besseres? Brot, Butter und dann den Hagelslag direkt aus der Packung drauf. Ich weiß, es ist sicherlich nicht das gesundeste Frühstück, aber die Holländer erfüllen damit den sehnlichsten Wunsch des Kindes in mir und dafür bin ich ihnen auf ewig dankbar.

Hagelslag auf Brot und Erdbeeren
Hagelslag – das Frühstück, das das Kind in mir glücklich macht!
Bildquelle: whereisyourtoothbrush auf Flickr

Was ich (noch) nicht gegessen habe

Es gibt einiges typisch holländisches Essen, das ich bisher nicht gegessen habe da es entweder die Gelegenheit noch nicht gab oder da ich mich bewusst dagegen entschieden habe.

  1. Roher Hering.
    Ich bin noch nicht sicher, ob ich das probiere oder nicht. Aber die Holländer scheinen es zu lieben, ihren Kopf nach hinten zu neigen und den rohen Hering, an der Schwanzflosse festgehalten, genüsslich zu verspeisen. Vielleicht ja eher als Fischbrötchen ewas für mich? Die beste Zeit für den frischen Hering ist sowieso erst ab Mai.
  2. Frikandel.
    Eine Frikandel ist eine lange, hautlose, dunkle Fleischwurst und quasi der Nummer Eins Snack in Holland. Der Grund, warum ich sie nicht essen möchte: Man weiß nicht so recht, aus was für Fleisch die Wurst gemacht ist. Es wird Schweine-, Rinder- und Hähnchenfleisch gemeinsam verarbeitet. In Holland wird zudem oft auch Pferdefleisch hinzugemischt, was für mich persönlich der Grund ist, wieso ich bevorzuge sie nicht zu essen.
  3. Drop.
    Die Niederländer lieben Drop. Drop ist glaube ich tatsächlich nichts anderes als Lakritz, welches es hier in vielen verschiedenen Varianten gibt. Ich persönlich mag kein Lakritz und werde daher auf diese Lieblingssüßigkeit verzichten. Auch ohne mich halten die Niederländer den Weltrekord des Lakritzkonsums mit etwa 2kg pro Jahr pro Person. Das sind insgesamt etwa 32 Millionen Kilogramm pro Jahr. Zehnmal so viel wie in Norddeutschland.
    [Quelle: Wikipedia Artikel zu „Lakritz“]
  4. Pannenkoeken.
    Ganz klar: Hier fehlte bisher einfach die Gelegenheit. Es gibt einfach keinen validen Grund, Pannenkoeken nicht zu essen.

Nicht ganz so holländische kulinarische Erfahrungen

Ich möchte sehr gerne auch Cafés, Bars und Restaurants teilen, in denen ich nicht typisch holländisch gegessen habe. Hier eine Google Karte mit den Cafés, Bars und Restaurants die ich bisher besucht habe und für empfehlenswert halte. Wie man sieht, habe ich bisher eher wenig Zeit im Zentrum verbracht, dafür entdecke ich die Gegend, die in der Nähe der Hochschule liegt mit meinen Mitstudenten.

„Lekker“ kann man in Holland sogar schlafen!

Tatsächlich bin ich fasziniert von dem Wort „lekker“. Denn es heißt nicht nur „lecker“, was die offensichtliche Übersetzung ist, sondern in so manchem Kontext auch „schön“.  Wie zum Beispiel das Wetter. Schönes Wetter ist „lekker weer“. Oder Fahrradfahren. „Ich fahre gerne Fahrrad“ ist demnach „Ik fiets lekker“. Alles kann lekker sein. Man kann sich sogar lekker fühlen! Wenn es mir „nicht so gut“ geht, kann ich sagen „ik voel me niet zo lekker“. Folglich ist es nicht verwunderlich, dass die normalste Art, jemandem eine gute Nacht zu wünschen „Slaap lekker“ ist.

Ich hoffe, ihr fandet diesen holländisch-kulinarischen Beitrag lekker! Wenn euch noch etwas einfällt, das ich vielleicht probieren sollte oder ihr von diesem einen ganz besonderen Café gehört habt, das einen Besuch wert sein könnte, dann lasst es mich sehr gerne wissen!

In diesem Sinne: Habt einen leckeren Tag und bis bald ;)

One thought on “Lekker Holland! Meine kulinarischen Erfahrungen in Amsterdam

  1. Pingback: Fahrrad fahren in Amsterdam: Ik fiets! - Mein Auslandsblog: Dagboken

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